Nach zehnstündiger Belagerung: Sicherheitskräfte beenden Attacke auf Amerikanische Universität in Kabul

Die Attacke auf die Amerikanische Universität in Kabul hat mindestens elf Menschen das Leben gekostet. Neben sieben Studenten und zwei Polizisten kamen nach Angaben der Polizei auch zwei Angreifer ums Leben. Letztere seien bei der Erstürmung des Campus nach rund zehnstündiger Belagerung von den Sicherheitskräften erschossen worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Bis zur gewaltsamen Beendigung der Attacke am Donnerstag saßen zahlreiche Studenten der American University zeitweise fest, viele von ihnen konnten sich letztlich selbst in Sicherheit bringen. Dennoch seien insgesamt rund 30 Studenten und Dozenten der Lehranstalt verletzt worden, teilte das Innenministerium ferner mit. Bewaffnete das Gelände der Hochschule am Mittwoch zu einem Zeitpunkt gestürmt, als sich hunderte Studenten dort aufhielten. "Ich habe Explosionen gehört, und hier in der Nähe wird geschossen (...) unser Klassenraum ist voller Rauch und Staub", sagte eine Studentin, bevor ihr die Flucht von dem Gelände gelang. Andere Studenten schickten Twitter-Nachrichten, in denen sie um Hilfe flehten. Der Kabuler Journalist Ahmed Muchtar twitterte: "Ich bin mit Freunden geflohen und andere Freunde und Professoren sitzen drinnen fest." Afghanische Armee riegelt Campus in Kabul ab Kabul Angriff auf Universität 18.03 Die afghanische Armee riegelte den Campus ab, sie wurde von US-Militärberatern unterstützt. Über Nacht waren immer wieder Schüsse zu hören, Verletzte wurden auf Tragen von dem Gelände gebracht. Abends halten sich in der American University üblicherweise viele Studenten auf, weil viele neben ihrem Job studieren und daher Abendkurse belegen. Die Hochschule war im Jahr 2006 gegründet worden, sie zählt derzeit mehr als 1700 Studenten. Die Elite-Uni steht im Austausch mit renommierten US-Hochschulen wie Stanford und Georgetown. Sie ist nach eigenen Angaben "die einzige private Universität" in Afghanistan, die gemeinnützig, unparteiisch und Männern und Frauen gleichermaßen offen ist. Im islamisch geprägten Afghanistan lernen Studenten üblicherweise nach Geschlechtern getrennt. Noch rund 13.000 Nato-Soldaten in Afghanistan im Einsatz Am 7. August waren zwei Professoren der American University, ein US-Bürger und ein Australier, in Kabul von Unbekannten entführt worden. Sie wurden überfallen, als sie in der Nähe der Hochschule mit dem Auto unterwegs waren. Der Verbleib der beiden Dozenten ist weiter unklar, auch zu dieser Tat bekannte sich bislang niemand. In jüngster Zeit haben die Taliban ihre Angriffe auf die vom Westen unterstützte afghanische Regierung verstärkt. Afghanistans Armee und Polizei hatten Anfang 2015 die volle Sicherheitsverantwortung von den internationalen Truppen übernommen. Sie tun sich allerdings schwer, den Aufstand der radikalislamischen Taliban niederzuschlagen. Derzeit sind noch 13.000 Nato-Soldaten, zumeist aus den USA, in Afghanistan im Einsatz. Sie sind im Rahmen der Mission "Resolute Support" allerdings nur noch für die Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Einheiten zuständig. 25-Tote nach Angriff auf Amerikanische Universität in Kabul-5097863776001
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