+++ Nachrichten im Überblick +++: Zwangsräumung eskaliert: "Reichsbürger" und Polizisten bei Schusswechsel verletzt

+++ 13.29 Uhr: SEK-Einsatz bei "Reichsbürger": Drei Verletzte durch Schüsse +++ Bei einer Zwangsräumung aufgrund einer nicht beglichenen Grundschuld bei einem sogenannten "Reichsbürger" in Sachsen-Anhalt ist es zu einer Schießerei mit drei Verletzten gekommen. Der 41 Jahre alte Bewohner des Geländes in Reuden bei Zeitz wurde bei dem Schusswechsel schwer verletzt, so eine Polizeisprecherin in Halle. Der Mann kam mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus. Zwei Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) seien leicht verletzt worden. Sowohl der 41-Jährige als auch Polizisten hätten nach ersten Erkenntnissen geschossen. Von wem der Schusswechsel ausging, war den Angaben zufolge zunächst unklar. Die Polizei war am Morgen mit einem Großaufgebot und dem SEK nach Reuden gekommen, um die Zwangsräumung durch einen Gerichtsvollzieher zu unterstützen. Ein erster Versuch sei am Vortag gescheitert, sagte die Polizeisprecherin. Als die Behördenvertreter bei dem "Reichsbürger" eintrafen wurden sie von mehreren Personen mit Pflastersteinen beworfen. +++ 12.55 Uhr: Bundeswehr bleibt wohl in der Türkei +++ Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist gegen einen Abzug deutscher Truppen vom türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik. "Die Bundeswehr würde gerne den gemeinsamen Kampf gegen den IS von der Nato-Basis Incirlik aus fortführen", sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Dies liege nach wie vor im gemeinsamen Interesse Deutschlands und der Türkei. Auf die Frage, ob die Bundeswehr im Notfall auf einen schnellen Abzug vorbereitet sei, sagte die Ministerin: "Kluge militärische Planung sieht immer auch Ausweichmöglichkeiten vor." Von der Leyen reagierte damit auf einen Bericht von "Spiegel online", wonach die Bundeswehr konkret eine Verlegung der deutschen Aufklärungs- und Tankflugzeuge von Incirlik nach Jordanien oder Zypern in Betracht ziehe. +++ 11.48 Uhr: Dreifacher Großvater bricht US-Rekord für längsten Weltraumaufenthalt +++ Der US-Astronaut Jeff Williams hat einen neuen US-Rekord für den insgesamt längsten Aufenthalt im Weltall aufgestellt. Nach Angaben der Nasa brach der 58-jährige dreifache Großvater am Mittwoch den Rekord seines inzwischen in den Ruhestand gegangenen Kollegen Scott Kelly von insgesamt 520 Tagen im All. Den absoluten Weltrekord hält der Russe Gennadi Padalka, der auf mehrere Weltraum-Missionen mit einer Gesamtdauer von 879 Tagen zurückblickt. Seine erste Weltraummission absolvierte Williams im Jahr 2000 an Bord der Raumfähre "Atlantis", seine erste ISS-Mission folgte sechs Jahre später, als die Raumstation gerade mal aus zwei Modulen bestand. Am Ende seines derzeitigen halbjährigen ISS-Aufenthalts Anfang September wird Williams insgesamt 534 Tage im Weltraum verbracht und dabei fünf Außeneinsätze absolviert haben. +++ 11.30 Uhr: Bundesgerichtshof: Lebenspartner können keinen Ehename führen +++ Gleichgeschlechtliche Paare können in Deutschland keinen gemeinsamen Ehenamen führen. Möglich ist nach dem hiesigen Recht nur ein sogenannter Lebenspartnerschaftsname, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss klarstellte. Daran ändert sich auch nichts, wenn das Paar im Ausland eine "Ehe" schließen konnte. Geklagt hatten ein Deutscher und ein Niederländer, die 2011 in den Niederlanden eine gleichgeschlechtliche Ehe geschlossen hatten. Einen gemeinsamen Familiennamen konnten sie nach dem dortigen Recht nicht annehmen. Deshalb wählten sie dafür das deutsche Recht, machten dabei jedoch die Einschränkung: Einen "Lebenspartnerschaftsnamen" wollten sie nicht haben, "da sie verheiratet seien". Beim BGH kamen sie damit nicht durch: Die Verfassung gebiete es nicht, dass gleichgeschlechtlichen Partnern anstelle der eingetragenen Lebenspartnerschaft auch die Ehe offenstehen müsse. Außerdem ermögliche das deutsche Recht mit dem Lebenspartnerschaftsnamen die gewünschte Namensführung. In den deutschen Personaldokumenten werde auch nicht kenntlich gemacht, um welche Art von Namen es sich handele. +++ 10.41 Uhr: Deutscher wegen Drogenvergehens auf Bali festgenommen +++ Auf der indonesischen Insel Bali ist ein Deutscher festgenommen worden, der in einem Geheimlabor Crystal Meth hergestellt haben soll. Der 35-Jährige sei gemeinsam mit drei Indonesiern am Montag festgenommen worden, teilte die Anti-Drogenbehörde am Donnerstag mit. Dabei seien zehn Gramm der synthetischen Droge beschlagnahmt worden. Den Verdächtigen drohen bis zu 15 Jahre Haft; die Todesstrafe dürfte wegen der geringen Menge voraussichtlich nicht verhängt werden. Indonesien zählt zu den Ländern mit den strengsten Drogengesetzen weltweit. Im April 2015 waren in Indonesien acht wegen Drogenhandels zum Tode Verurteilte, unter ihnen sieben Ausländer, hingerichtet worden. Internationale Proteste und Gnadengesuche blieben vergeblich. Zuvor waren im Januar 2015 schon unter internationalem Protest sechs Menschen wegen Drogendelikten hingerichtet worden, darunter fünf Ausländer. +++ 10.26 Uhr: Zwischenfall zwischen US-Zerstörer und iranischen Militärschiffen vor dem Iran +++ In der Straße von Hormus ist es nach US-Angaben zu einem Zwischenfall zwischen US- und iranischen Militärschiffen gekommen. Vier iranische Schiffe hätten sich am Vortag in "unsicherer und unprofessioneller" Weise dem US-Zerstörer "USS Nitze" genähert, wie das US-Zentralkommando am Mittwoch mitteilte. Demnach rasten sie mit unbedeckten Waffen in einem Abstand von weniger als 300 Metern an der "USS Nitze" vorbei. Das US-Schiff, das sich gemeinsam mit einem weiteren Zerstörer, der "USS Mason" in internationalen Gewässern befunden habe, habe ausweichen müssen, um eine Kollision zu vermeiden. Die "USS Nitze" habe zudem Warnschüsse abgegeben und versucht, mit den iranischen Kommandeuren Kontakt aufzunehmen, dies sei aber nicht gelungen. In der strategisch wichtigen Meerenge kommt es häufiger zu Zwischenfällen. +++ 10.10 Uhr: Studie: BMW weiterhin gewinnstärkster Autobauer der Welt +++ BMW hat seinen Platz als gewinnstärkster Autokonzern der Welt im zweiten Quartal 2016 laut einer Studie verteidigt. Die Münchner legten sogar noch eine Schippe drauf: Von 100 Euro Umsatz blieben bei BMW im zweiten Jahresviertel vor Zinsen und Steuern 10,90 Euro in der Kasse. Ein Jahr zuvor waren es 40 Cent weniger gewesen. Das geht aus einer Analyse zu den größten 16 Autokonzernen hervor, die das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen EY erstellte. Die Ergebnisse lagen der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vor. Hinter BMW musste der japanische Hersteller Toyota beim Vergleich der operativen Gewinnspannen einen Rückgang von 10,8 auf 9,7 Prozent hinnehmen. Daimler belegte mit 8,4 Prozent den dritten Platz. Suzuki (7,8 Prozent), Honda (7,7) und General Motors (7,4) folgten. +++ 09.49 Uhr: Zehn weitere türkische Panzer auf syrisches Gebiet vorgedrungen +++ Die Türkei verstärkt ihre Bodenoffensive im Norden Syriens. Zehn weitere Panzer drangen am Donnerstagmorgen auf syrisches Territorium vor, begleitet von mehreren Krankenwagen und schweren Geschützen, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Die an der Seite der Türkei kämpfenden syrischen Rebellen hatten am Mittwoch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aus dem syrischen Grenzort Dscharablus vertrieben.  +++ 08.19 Uhr: Trump erhält Wahlkampfhilfe von Nigel Farage +++ Im Rennen um das Weiße Haus erhält der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump Unterstützung vom britischen Rechtspopulisten Nigel Farage. Der frühere Chef der EU-skeptischen Partei Ukip trat am Mittwoch bei einer Wahlkampfveranstaltung für Trump in der Stadt Jackson im Bundesstaat Mississippi auf. "Es gibt Millionen von gewöhnlichen Amerikanern, die im Stich gelassen wurden, die eine schlechte Zeit hatten und die sich allein gelassen fühlen von der politischen Klasse in Washington", sagte Farage. Viele Volksvertreter in den USA seien "politisch korrekte Mitglieder der liberalen Medienelite". +++ 07.12 Uhr: Extremisten auf den Philippinen enthaupten Geisel +++ Islamistische Extremisten haben auf den Philippinen eine Geisel enthauptet, nachdem kein Lösegeld bezahlt worden war. Der abgeschlagene Kopf des Opfers sei in einer Plastiktasche in einem Dorf auf der Insel Jolo gefunden worden, sagte ein Militärsprecher am Donnerstag. Der Mann, ein philippinischer Staatsbürger, war Mitte Juli von der Rebellengruppe Abu Sayyaf entführt worden. Sie hatte umgerechnet 19.000 Euro Lösegeld gefordert. Die Extremisten haben in diesem Jahr bereits zwei kanadische Geiseln enthauptet und sollen noch weitere Geiseln auf Jolo gefangen halten. Die Kämpfer von Abu Sayyaf haben der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen. +++ 06.33 Uhr: Gabriel fordert "besseres Europa" mit Bürgernähe und Wachstum +++ Unmittelbar vor dem Gipfel führender europäischer Sozialdemokraten hat der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel mehr Bürgernähe und die Überwindung nationaler Egoismen angemahnt. "Wir brauchen ein anderes, ein besseres Europa. Ein Europa, das sich wieder seinen Bürgerinnen und Bürgern zuwendet und nicht nur Finanzmärkten und Banken", sagte der Vizekanzler der Deutschen Presse-Agentur. Nötig sei ein Europa, das stärker auf Ausbildung, Arbeit, wirtschaftliches Wachstum, angemessene Steuern für große Konzerne und ökologische Nachhaltigkeit setze. "Und das wieder aufeinander zugeht und seine nationalen Egoismen überwindet", so Gabriel. +++ 05.46 Uhr: Umwelthilfe: Viele Händler verweigern Rücknahme von Elektroschrott +++  Viele Händler verweigern der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zufolge die gesetzlich vorgeschriebene Rücknahme alter Elektrogeräte. Tests bei 45 Unternehmen belegten, dass "die Mehrheit des Handels" Verbraucher schlecht oder falsch informiere, Geräte nicht zurücknehme oder dafür Gebühren verlange. Die DUH-Ergebnisse lagen der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vor. Auch die "Bild"-Zeitung berichtete darüber. Die Verbraucherschützer haben nach eigenen Angaben Elektrofachgeschäfte, Baumärkte, Möbelhäuser und Online-Händler getestet. Die Deutschen dürfen seit einem Monat ihre ausgedienten Elektrogeräte beim Händler abgeben - vorausgesetzt, das Geschäft hat 400 Quadratmeter Verkaufsfläche für Elektrogeräte. +++ 04.22 Uhr: Afghanische Polizei beendet Attacke auf Amerikanische Universität in Kabul +++ Afghanische Sicherheitskräfte haben am Donnerstag die Attacke auf die Amerikanische Universität in Kabul gewaltsam beendet. Die Angreifer seien nach zehnstündiger Belagerung getötet worden, teilte die Polizei in der afghanischen Hauptstadt mit. Am Mittwoch hatten Bewaffnete die Hochschule angegriffen. Zahlreiche Studenten der American University saßen zeitweise fest, konnten aber im Verlauf des Einsatzes in Sicherheit gebracht werden. Bei dem Einsatz zur Räumung des Campusgeländes seien zwei der Angreifer getötet worden, sagte Polizeichef Fraidun Obaidi der Nachrichtenagentur AFP . "Wir haben unsere Operation beendet." +++ 03.45 Uhr: Türkische Offensive vertreibt IS-Kämpfer aus syrischer Grenzstadt +++ Türkische Truppen und syrische Rebellenkämpfer haben die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus dem strategisch wichtigen Grenzort Dscharablus im Norden Syrien vertrieben. Die Freie Syrische Armee habe den Grenzort Dscharablus zurückerobert, sagte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwochabend nach einem Treffen US-Vizepräsident Joe Biden in Ankara. Verbündete syrische Rebellen kontrollierten alle wichtigen Teile der Stadt. Mehr als fünf Jahre nach Beginn des syrischen Bürgerkriegs hatten türkische Truppen erstmals eine solche Bodenoffensive im Nachbarland eingeläutet.  +++ 02.35 Uhr: Regierung und Farc-Rebellen einigen sich auf Friedensvertrag für Kolumbien +++ Nach fast vier Jahren Verhandlungen haben sich die kolumbianische Regierung und die linke Guerillaorganisation Farc auf einen Friedensvertrag geeinigt. Das teilten die Vermittler am Mittwoch in der kubanischen Hauptstadt Havanna mit. Das Abkommen soll im September unterzeichnet werden. Anfang Oktober müssen die Kolumbianer das Paket dann in einer Volksabstimmung billigen. Damit geht der älteste Konflikt Lateinamerikas zu Ende. In den Auseinandersetzungen zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Rebellen und rechten Paramilitärs kamen seit den 1960er Jahren über 220.000 Menschen ums Leben. +++ 01.58 Uhr: UN-Bericht: Syrische Regierung und IS setzten Chemiewaffen ein +++ Eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen ist eindeutig zu dem Schluss gekommen, dass die syrische Regierung und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in den vergangenen zwei Jahren Chemiewaffen eingesetzt haben. Die Truppen von Syriens Staatschef Baschar al-Assad habe mindestens zwei Chemiewaffenangriffe in Syrien verübt, zitierte die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus dem Untersuchungsbericht. Der IS setzte demnach mindestens ein Mal Senfgas ein. +++ 01.33 Uhr: Zahl der Opfer des Erdbebens in Italien steigt auf 247 +++ Die Zahl der Toten nach dem Erdbeben in Italien hat sich auf 247 erhöht. Das berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag. Zuletzt hatten Rettungskräfte in dem Ort Arquata del Tronto weitere Leichen aus den Trümmern geborgen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Viele Menschen würden aber noch vermisst, so etwa unter den Resten eines zusammengestürzten Hotels in Amatrice. Helfer suchten auch in der Dunkelheit mit Hilfe von Hunden und Taschenlampen weiter nach Überlebenden. Das Hauptbeben der Stärke 6,2 hatte sich in der Nacht zum Mittwoch in den Regionen Latium, Umbrien und den Marken ereignet.
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